Als Nachschlagewerk im Internet ist Wikipedia nicht mehr
wegzudenken und es erfreut sich einer großen Beliebtheit weltweit,
als Marketing-Instrument dagegen ist Wikipedia noch unkartiertes
Gelände. Wikipedia hat strenge Regeln zur Erstellung von Artikeln,
um sich vor Eigenwerbung und Selbstdarstellung zu schützen.
Andererseits hat ein Unternehmen die besten Informationen über sich
selbst. Auch sind viele Experten mit entsprechendem Fachwissen bei
Unternehmen angestellt und somit nicht unabhängig. Es ist also
durchaus von Interesse für die Nutzer von Wikipedia, dass sich
Unternehmen dort vorstellen oder sich zu bestimmten Gebieten
äußern.
Für die Mitarbeit bei Wikipedia sind dennoch einige Regeln zu
beachten:
- Zunächst gilt es, einen weißen Fleck zu relevanten
Themenbereichen in Wikipedia zu finden, um Inhalte zu einem Artikel
beizutragen oder gar einen neuen Artikel zu erstellen.
- Marketing-'Phrasen' und Werbeargumente sollten nicht im Artikel
enthalten sein.
- Auf der sogenannten Spielwiese bei Wikipedia lässt sich testen,
ob der verfasste Artikel von den Lesern angenommen wird oder
nicht.
- Es sollten an passenden Stellen Links zum Unternehmen, aber
auch zu Konkurrenten gesetzt werden. Unter der Rubrik
'Bezugsquellen' kann man guten Gewissens seine Website
verlinken.
- In bestehenden Artikeln sollten ebenfalls Links auf andere
Wikipedia-Beiträge ergänzt werden, die für das Unternehmen relevant
sind.
- Es sollten externe Deep-Links zu Fachtexten gesetzt werden.
Dies erfordert bei Aufbau eines redaktionellen PR-Konzepts für das
gesamte Unternehmen und seine Website.
- Kontrolliert werden sollte der Erfolg durch
Traffic-Messung.
- Wikipedia eignet sich nicht dafür, um Suchmaschinen-Ränge zu
optimieren. Zumindest in den USA gibt es so genannte
No-Follow-Tags, die von Google und anderen Suchmaschinen nicht
mitgezählt werden.
In einer Fallstudie von MarketingSherpa mit einem
hochspezialisierten technischen Unternehmen konnten die
Seitenaufrufe um vier Prozent gesteigert werden, ebenso die
Interessentenzahl. Der hochspezialisierte Anbieter kam im Monat auf
65 Kontakte nur aus Wikipedia, auch konnte eine um durchschnittlich
18 Prozent höhere Wandlungsquote für die Kontaktaufnahme über
Wikipedia festgestellt werden.
Es gibt durchaus ein hohes Potenzial für Online-Marketing mit
Wikipedia. Es sollte dabei aber immer auf die Regeln von Wikipedia
geachtet werden. Zudem besteht auch die Möglichkeit negativ
aufzufallen, da die Internetgemeinde durchaus kritisch mit
Beiträgen in Wikipedia umgeht – vor allem bei Selbstdarstellungen.
Eine Mitarbeit an Artikeln aus den entsprechenden Fachgebieten bei
Wikipedia dagegen ist 'höchst willkommen', aber es ist wichtig,
einen Mehrwert zu generieren, denn nur so kann man bei Wikipedia
Interessenten gewinnen.