Afrika wurde lange Zeit vernachlässigt

Außenwirtschafts-ausschuss tagt bei bema GmbH Maschinenfabrik
(15.05.2017) „Einige Länder befinden sich auf der Exportmarktliste fast jedes Unternehmens, zum Beispiel China, Indien, Brasilien oder die USA. Afrika ist dagegen in der Regel unterrepräsentiert. Dabei verzeichnen vor allem die Länder südlich der Sahara seit Jahren ansehnliche Wachstumsraten.“ Dies erklärte Bernard Storm, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, auf der aktuellen Sitzung bei der bema GmbH Maschinenfabrik in Voltlage-Weese.
Martin Kalhöfer, Bereichsleiter Afrika/Nahost bei Germany Trade and Invest (GTAI) in Bonn, schilderte die Besonderheiten von Subsahara-Afrika. Das rasante Bevölkerungswachstum biete viele Chancen für deutsche Unternehmen, wichtig sei bei 49 Staaten jedoch ein differenzierter Blick auf die Märkte. Bis zum Jahr 2050 werde sich die Bevölkerung nach Prognosen der UN mehr als verdoppeln. Dies bringe u. a. eine höhere Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Wohnungen, Energie und Wasser mit sich. Gute Geschäftsmöglichkeiten bestehen damit u. a. in den Bereichen Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, Landtechnik, Erneuerbare Energien sowie beim Ausbau der Infrastruktur.
Der Internationale Währungsfond (IWF) prognostiziert für die Jahre 2017 bis 2020 eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jährlich 3,4 % für die gesamte Region. Dabei trage insbesondere Ostafrika zu der positiven Wirtschaftsentwicklung bei. Die großen Länder Nigeria und Südafrika hingegen bremsen das Wachstum.
„Lange Zeit wurde Afrika von deutschen Unternehmen vernachlässigt. Dagegen engagieren sich die Chinesen, US-Amerikaner, Türken und Brasilianer dort schon lange erfolgreich“, so Kalhöfer. Dabei seien „typisch deutsche“ Werte wie Zuverlässigkeit und Qualität bei den Afrikanern besonders gefragt.
Hinzu kommt, dass deutsche Investitionen in den Ländern gefördert werden. Dr. Bianca Untied, Beraterin für Entwicklungszusammenarbeit der nordwestdeutschen und bremischen IHKs, stellte die Förderprogramme vor. Schwerpunkte bestehen insbesondere in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Berufsbildung, Umwelt- und Ressourcenschutz, Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung sowie nachhaltige Energieversorgung.