Steuererleichterungen notwendig

Angesichts von Rekordsteuereinnahmen und der günstigen Einnahmeprognosen aus der Steuerschätzung im Mai 2017 ist es jetzt an der Zeit, Unternehmen steuerlich zu entlasten“. Dies erklärte Matthias Hopster, Vorsitzender des IHK-Finanz- und Steuerausschusses, im Anschluss an die jüngste Sitzung in Osnabrück. Vor allem die 2008 eingeführten gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen gehörten jetzt abgeschafft. Sie belasten die Substanz der Betriebe und können sogar dazu führen, dass Unternehmen selbst dann Steuern zahlen müssen, wenn sie keinen Gewinn erwirtschaften. Dies beeinträchtige die Liquidität und reduziere das Eigenkapital. Investitionen würden so erschwert oder gar verhindert.
„Steuerliche Entlastungen in Deutschland sind umso wichtiger, wenn in den USA und in Großbritannien die angekündigten Steuersenkungen beschlossen werden. Ansonsten wird der Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich an Attraktivität verlieren“, mahnte Hopster weiter. Zuvor hatte Kay Klöpping, Rechtsanwalt und Steuerberater bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft in Bielefeld, den Mitgliedern des IHK-Ausschusses erläutert, welche Folgen die geplante US-Steuerreform und der EU-Austritt Großbritanniens für deutsche Unternehmen haben können. Deutschen Unternehmen, die in Großbritannien engagiert sind, drohten erhebliche Veränderungen der Rahmenbedingungen, da viele steuerrechtliche Erleichterungen an die „EU-Mitgliedschaft“ gekoppelt sind. Wichtig sei es deshalb, dass der Gesetzgeber die Risiken des anstehenden EU-Austritts von Großbritannien erkennt und angemessene Übergangsregelungen schafft.