Innovation und Energie im Fokus

Der Fachausschusses Industrie und Umwelt der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim informierte sich jetzt über den Erfindungsreichtum in kleinen und mittleren Unternehmen am Beispiel der PFAU-Tec GmbH in Quakenbrück.
Der 1999 gegründete Hersteller von therapiegeeigneten Fahrrädern und Spezial-Dreirädern für Kinder und Erwachsene deckt sehr erfolgreich eine Marktnische ab. „Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass innovative Ideen und unternehmerisches Handeln zu Investitionen und Arbeitsplätzen führen“, so Geschäftsführer Friedrich Schlüter im Rahmen der Betriebsführung. Bei der Entwicklung der Produkte wird regelmäßig die Kooperation mit Hochschulen gesucht. Schon früh setzte Schlüter zudem auf die Integration von Elektroantrieben. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird eine stetig wachsende Nachfrage in den nächsten Jahren erwartet.
In der anschließenden Ausschusssitzung war die Belastung mittelständischer Betriebe durch energiebezogene Abgaben und Bürokratie Thema: „Zum Jahreswechsel ist die Umlage nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz nach zwei Jahren weitgehender Stabilität wieder gestiegen. Auch bei der Kraft-Wärme-Kopplung und den Netzentgelten kommen weitere Belastungen auf die Unternehmen zu. Die ständigen politischen Eingriffe verunsichern die Akteure am Energiemarkt. Dies und die steigenden Stromkosten erschweren Investitionen“, führte Hendrik Kampmann, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Industrie und Umwelt in das Thema ein. „Insbesondere die Stromsteuer sollte auf den Prüfstand“, so Kampmann. Sie sei eingeführt worden um eine Lenkungsfunktion hin zu einem geringeren Stromeinsatz zu erzielen. Vor dem Hintergrund insbesondere durch die EEG-Umlage massiv gestiegener Strompreise könne sie jedoch keine Lenkungsfunktion mehr entfalten und sei überflüssig.
Energierechtsexperte Julian Heß, Rechtsanwalt bei der auf Energie- und Umweltrecht spezialisierten Kanzlei Ritter Gent Collegen in Hannover, informierte in der Sitzung unter anderem über die zum 1. Januar 2017 eingetretene Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) und des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG 2017). Aus dem EEG 2017 stellte er insbesondere neue Meldepflichten für selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom vor. Diese Meldepflichten betreffen vielfach sowohl Neu- als auch Bestandsanlagen. Damit können auch typische Anlagen von kleinen und mittelständischen Unternehmen betroffen sein. „Bei den verschiedenen Meldepflichten des EEG 2017 für Eigenstromerzeuger drohen Sanktionen, die von einer anteiligen Erhöhung der EEG-Umlage um 20 Prozentpunkte bis hin zur Zahlungspflicht der EEG-Umlage in voller Höhe für das betroffene Jahr reichen“, so Heß. Erste Fristen liefen bereits am 28. Februar ab, die nächsten am 31. Mai 2017. Betroffenen Unternehmen empfahl er, sich unverzüglich mit dem Thema Meldepflichten nach dem EEG 2017 auseinanderzusetzen, um etwaige finanzielle Nachteile zu vermeiden.
Abschließend verwies Heß auf die für das Jahr 2016 noch erforderlichen Jahresmeldungen an die Netzbetreiber im Hinblick auf die Begrenzung der Umlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, der Stromnetzentgeltverordnung sowie der Offshore-Haftungs-Umlage bis zum 31. März 2017.