Insolvenzen in der Region 2016 deutlich unter Landesdurchschnitt

(02.03.2017) Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim im vergangenen Jahr gesunken. 232 Unternehmen haben im Jahr 2016 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Das sind rund 13 % weniger als im Vorjahr. Im Landesdurchschnitt blieben die Unternehmensinsolvenzen jedoch nahezu unverändert (-0,2 %). Das ergibt eine aktuelle Auswertung der amtlichen Statistik durch die IHK.
Insgesamt waren im IHK-Bezirk 1.535 Beschäftigte von den Unternehmensinsolvenzen betroffen. Das sind etwa sieben Beschäftigte pro insolventem Betrieb. Der Wert liegt nur unwesentlich über dem Landesdurchschnitt von sechs Beschäftigten pro Insolvenzfall. Innerhalb des IHK-Bezirks entfielen die meisten Beschäftigten auf den Landkreis Grafschaft Bentheim, gefolgt von dem Landkreis und der Stadt Osnabrück. Im Landkreis Emsland kam auf jede Insolvenz rechnerisch nur ein Arbeitnehmer.
Rückgänge bei den Unternehmenspleiten im IHK-Bezirk konnten die Dienstleister (-41 %, -30 Unternehmen), der Handel (-23 %, -12), das Verkehrsgewerbe (-19 %, -5) und das Baugewerbe (-7 %, -4) verzeichnen. Im Verarbeitenden Gewerbe blieb die Anzahl der Insolvenzen unverändert, einen Anstieg verzeichnete hingegen das Gastgewerbe (+33 %, +6). Während in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim sowie in der Stadt Osnabrück eine geringere Zahl an Insolvenzen gezählt wurde, stiegen sie im Landkreis Osnabrück leicht an.
Nach einem kurzen Anstieg im Jahr 2014 ist der Wert der Unternehmensinsolvenzen im IHK-Bezirk damit in den Jahren 2015 und 2016 zweimal deutlich gesunken. Die sehr niedrigen Werte der Jahre 2012 (302 Unternehmensinsolvenzen) und 2013 (268) wurden damit sogar noch unterschritten.
Im Jahr 2016 kam den Unternehmen vor allem die stabile konjunkturelle Entwicklung zugute. Nach Einschätzung der IHK hängt die Entwicklung im Jahr 2017 im Wesentlichen von der Lösung der internationalen Krisen ab. Die zunehmende Unsicherheit unter den Betrieben könnte sich negativ auswirken. Insgesamt wird aber mit einem weiteren Rückgang der Insolvenzen gerechnet.
Unternehmen sollten frühzeitig reagieren, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung drohen. Für Unternehmen in Schwierigkeiten gibt es ein Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dieses Programm können die Unternehmen direkt unter www.bafa.de beantragen. Leitstellen, wie die DIHK Service GmbH in Berlin, unterstützen das BAFA bei seiner Arbeit. Als Regionalpartner der DIHK Service GmbH informiert unsere IHK vor Ort den Antragsteller in einem Gespräch über die Förderung.