Tourismusregion setzt auf neue Vermarktungsstrategien

Mit rund fünf Millionen touristischen Übernachtungen hat der IHK-Bezirk im Jahr 2016 nach den vorläufigen Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen erneut ein Rekordergebnis erzielt. Der Tourismusausschuss der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim diskutierte in der aktuellen Sitzung im neu eröffneten Looken Inn Ringhotel in Lingen darüber, wie das gute Ergebnis gehalten werden kann.
„Wir dürfen uns auf den guten Zahlen nicht ausruhen, denn der Wettbewerb um die Gäste bleibt intensiv. Eine wichtige Zukunftsorientierung können die strategischen Programme unserer Reiseregionen bieten“, erklärte der Ausschussvorsitzende Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen. So hätten das Osnabrücker Land, die Grafschaft Bentheim und das Emsland Tourismusstrategien erarbeitet, um auch in Zukunft Gäste zu begeistern. Exemplarisch wurden die Strategien für das Emsland vorgestellt. Dort setze man auf die drei Kernthemen „Natur & Aktiv“, „Landleben & Familie“ sowie „Business & Innovation“. Mit dem letztgenannten Thema reagieren die Tourismusverantwortlichen auf die wachsende Nachfrage nach technikorientierten Betriebsbesichtigungen und anspruchsvollen Tagungsmöglichkeiten. Durch die Profilierung in allen drei Bereichen sollen die Dachmarke „Emsland“ gestärkt und der Qualitätstourismus nachhaltig gefördert werden.
„Daneben gilt es auch, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Leistungsträger im Tourismus Spielräume für Wachstum behalten“, so von Landsberg-Velen. Die jetzt von der niedersächsischen Landesregierung eröffnete Möglichkeit zur Erhebung einer neuen Tourismusabgabe zusätzlich zur Bettensteuer durch eine unbestimmte Zahl von Kommunen sei daher kritisch zu beurteilen. Diese wirke wie eine weitere kommunale Steuer und könne die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in den betreffenden Städten und Gemeinden dämpfen.
Weiterhin beschäftigte sich der Ausschuss mit dem wachsenden Preisdruck durch internationale Buchungsportale. Im Zusammenspiel mit den hohen Vermittlungsgebühren könne dies die Wirtschaftlichkeit vieler mittelständischer Beherbergungsbetriebe gefährden. In der Diskussion äußerten Ausschussmitglieder ihr Unverständnis darüber, dass sogar einzelne Bundesbehörden dieser Entwicklung Vorschub leisteten, indem Dienstanweisungen Buchungen über die großen Portale nahelegten. Der Ausschuss wird sich mit diesem Thema in den kommenden Sitzungen weiter auseinandersetzen.